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Ein Bonsai, was ist das ?

Bonsai werden in China schon seit mehr als 2000 Jahren gestaltet. Im Anfang noch meist reine Landschaftsabbildungen wurden bald auch Einzelbäume nach dem Vorbild der der Natur gestaltet.

Diese Kunst entstand in der buddhistischen Philosophie des Zen. Einer Philosophie, die mit keiner westlichen Philosophie vergleichbar ist. Bei der Meditation im Zen geht es nicht um die logische Durchdringung eines Problems. Ziel der Meditaion im Zen ist plötzliche Erleuchtung, die Erkenntnis der illusorischen Natur allen Seins. Entsprechend verwarfen viele Zen- Meister alle Logik und alle Betätigung des Intellekts. In einem Bonsai ist zweifelsfrei das Geheimnis und der Geist der Lehre Buddahs enthalten: so zeigte Buddha, nach einer Defination der letzten, höchsten Wirklichkeit gefragt, schweigend auf eine Blume.

Vor gut 800 Jahren brachten buddhistische Mönche die ersten Bonsai nach Japan. Da zu dieser Zeit alles, was aus China kam, in Japan großes Intresse erregte, fanden die Ideale der Bonsai- Gestaltung auch ohne weiteres Eingang in das Leben künstlerisch schaffender Menschen.

Die adligen Anhänger des Zen waren die Förderer der Kunst, in einer Kunst, die sich durch zurückhaltung auszeichnet. Schon im 16. Jahrhundert schrieb ein einberühmter Gärtner: “Besonders zu beachten ist, daß man sich hüten soll, die Szenerie zu überfrachten; Effekthascherei führt oft zu einem Verlust an Würde und bewirkt den Eindruck des Vulgären”.

In Japan wurde die Kunst der Bonsai- Gestaltung unter den gebildeten Schichten des Volkes bald sehr beliebt und im Laufe der Zeit zu den heutigen Formen weiterentwickelt. Dies Zeigen bereits die berühmten Bildrollen aus der Kamakura- Zeit (1192- 1333) über einige der schönsten Holzschnitte aus der Edo- Zeit (1603- 1897) bis hin zu den zahlreichen Bonsai- Austellungen in der heutigen zeit, die die sich ein großen Publikumsinteresses erfreuen.

Bonsai- Gestaltung ist neben der Gartengestaltung, der Kunst des Blumensteckens (Ikebana) und der Kunst der Teezeremonie zu einer eigenen Kunst geworden. Alle diese Kunstarten haben ein Ideal gemeinsam, sie stellen eine Synthese zwischen Einfachheit und hoher Eleganz dar.

Bei der Gestaltung von Bonsai ist die Natur der Lehrmeister und der Mensch der andächtige Schüler. Der Mensch ist damit, anders als in der westlichen Einstellung, nicht der Berherrscher der Natur oder des Baumes, sondern Teil der Natur.
Alle Gestaltungsarbeiten , die der Mensch an seinem Bonsai durchführt, sind lediglich möglich durch das andächtige Lauschen auf die Signale der Natur. Alle Vorbilder für die Bonsai- Gestaltung finden wir in der freien Natur und nicht in der Enge unseres Geistes. Bonsai heißt frei übersetzt “Baum in der Schale”.

Hierbei handelt es sich nicht um spezielle Züchtungen, sondern um ganz normal Bäume, die lediglich durch gärtnerische Maßnahmen klein gehalten werden. Nimmt man einen Bonsai aus seiner Schale und pflanzt ihn in der freien Natur in nährstoffreichen Boden, wächst er schnell heran und wird zu einem mächtigen Baum wie andere Gehölze seiner Art.

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